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Futon: Love Bites
 | | Futon: Vorliebe für schrille Kostüme | Polysexueller Underground aus Bangkok: Das neue Futon-Album, bei Expats längst Kult, jetzt auf gay-thailand.de zu bestellen.
Von Micha Schulze
Es tut mir leid: Auch diese Rezension wird Futon wohl wieder in erster Linie unter Nicht-Thailändern bekannter machen und den Farang-Anteil auf den Konzerten nur weiter erhöhen. Darunter leiden die polysexuellen Band-Mitglieder: Bei den schwulen Expats in Bangkok gilt Futon als Kult, während sich viele Thais mit dem Underground-Electroclash nicht so recht anfreunden können. Leider nur in sehr wenigen CD-Shops der thailändischen Hauptstadt ist das neue Album "Love Bites" zu bekommen.
Die Songs von Futon passen in der Tat in kein einziges Klischee, das man von Musik aus Thailand im Kopf hat. Wer süßlich-stereotypen Asiapop, Luktung-Humptahumpta oder fröhliche Tata-Young-Variationen erwartet, wird enttäuscht sein. Einen "Frontalzusammenstoß zwischen asiatischer und europäischer Popkultur", nennt das asiatische "MTV Trax Magazine" treffend die Musik der Band.
Ensprechend bietet "Love Bites" einen ungewohnten Mix aus Pop, Elektro und Rock: mal Ohrwurm wie "Love So Strong", mal Zumutung wie "Talk of the Town". Das Album ist eine kleine Reise in die achtziger Jahre, als das Leben und die Musik insgesamt düsterer und emotionaler waren. Westliche Dekadenz mit einer Prise asiatischer Schwüle.
Futon, 2003 in Bangkok gegründet, besteht aus dem schwulen Thailänder Gene, der Japanerin Momoko und den beiden Engländern Bee und David. "I Wanna Be Your Dog", eine Cover-Version des Iggy-Pop-Hits, war die Debüt-Single der Band und gleichzeitig ihr erster Hit. "Never Mind The Botox" hieß das erste Album, mit dem sie erfolgreich in England, Thailand und Vietnam tourte.
Vorzeige-Futon ist Leadsänger Gene. Seine schrillen Outfits und bunten Kostüme erinnern an Rock-Helden wie David Bowie oder Marc Bolan und machen ihm zum Liebling der Klatschseiten der englischsprachigen Tageszeitungen Thailands. Gene ist es auch, der der Band den polysexuellen Stempel aufgedrückt hat. Im (älteren) Song" Gay Boy" singt er etwa: "Ich will nicht hetero sein - Fußball bringt mich zum Onanieren! "Token Hetero" ist einer der besten Songs des neuen Albums.
Dieses Jahr gab es für Futon einen kleinen Ritter-Schlag von einem ganz besonderen Musiker: Simon Gilbert, Ex-Drummer der Brit-Pop-Band Suede, ist nicht nur Stargast in "Love Bites", sondern spielt seit kurzem die Drums bei allen Live-Shows. Auch beim einzigen Deutschland-Konzert der Band am 1. Oktober in Berlin wird er mit dabei sein.
Futon-Konzert am 1. Oktober 2005 in Berlin
Futon-Homepage xfuton.com
Futon-Songs zum Probehören
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