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Liebe & Sex

Junge Thais: Wer kann ihnen schon widerstehen?
"I love you - Ich liebe Dich". Vielleicht wirst Du diesen Spruch hören bei Deinem Aufenthalt in Thailand. Vielleicht sagst Du diesen bedeutungsschweren Satz auch selbst. Aus dem Urlaubsflirt zwischen Dir und dem jungen, verdammt gut aussehenden Thai kann was Ernstes werden, warum auch nicht? Nur was folgt auf die Urlaubsaffäre und wie ernst ist der Liebesschwur denn wirklich gemeint? Thailändische Männer haben oft ganz andere Beziehungsmodelle im Kopf als der Westeuropäer, und sie haben die unterschiedlichsten Motive, warum sie eine Liebschaft mit Dir als "Farang", als Ausländer, eingehen. Es ist gut zu wissen, worin diese Unterschiede und Motive liegen, um Enttäuschungen vermeiden und sich besser verstehen zu können.

Sex bekommt jeder, der ihn sucht

Der größte "Kulturschock" wird für Dich vielleicht sein, dass es so einfach ist, an Sex zu kommen. Bei Dir zuhause ist man mit Mitte Dreißig schon alt, der Jugendkult führt zu Ausgrenzungen und Diskriminierung. Für manchen ist das Schwinden der eigenen Jugend belastend. Die Szene macht es einem auch manchmal schwer, seinem Alter und dem Altern mit einer positiven Haltung zu begegnen. Und plötzlich, in Thailand, ist das Ganze kein Thema mehr. Du bist 40, und wirst von einem 20-Jährigen angemacht? Du bist 60 und wirst von dem netten Mittzwanziger mit einem strahlenden Lächeln sexuell beglückt? Nun gut: Überwunden hat man den Jugendkult, der in einem selbst steckt, damit noch nicht. Schließlich fühlt man sich selbst wieder begehrenswert und sexy durch den knabenhaften Mann im Hotelbett neben sich.

Doch ist erst einmal dieser Stress weg, kann man den Urlaub richtig genießen. Das ist ein wesentlicher Grund für viele, warum sie so gerne nach Thailand reisen. Sex bekommt jeder, der ihn sucht, einfach und problemlos. Thais haben zumeist ein entspannteres Verhältnis zum Alter, bei der Wahl des Sexpartners ist das auf jeden Fall nicht so wichtig. Das Alter wird geehrt. Sex ist Teil eines Grundpfeilers der thailändischen Kultur, der "Sanuk" genannt wird. "Sanuk" meint Spaß, Freude am Genuss, und Sex ist dort nichts Schmutziges, sondern etwas Lustvolles. So sehen es die Thais. Unbelastet von katholischer Sexualfeindlichkeit gehen sie entspannter mit der körperlichen Entspannung um. Das heißt allerdings nicht, dass Homosexualität komplett diskriminierungsfrei in Thailand behandelt wird, aber das ist ein anderes Thema.

Vorurteil Nummer eins: "Das sind alles Stricher"
"Das sind doch alles Stricher", denken vielleicht viele, wenn sie von den Jungs und Männern in den Bars offen angemacht werden. Ein Vorurteil, denn an den meisten Szene-Orten findet eben keine Prostitution statt. Ausgenommen sind die GoGo-Bars, dort ist die geschäftliche Ebene ganz klar geregelt: Die Jungs auf der Bühne haben Nummern an ihren Unterhosen, der Kunde trifft die Wahl und zahlt an die Bar eine "Auslösegebühr". In den Discos und Bars sucht sich der Thai Dich aus. Wenn Du den Flirt mitmachst, ist die gemeinsame Nacht in der Regel ausgemacht.

Auch wenn hier keine Kohle gegen Sex getauscht wird, im Hintergrund spielt Geld dennoch manchmal eine Rolle. Denn im Verhältnis zu Deinem Begleiter bist Du sehr wohlhabend. Du lädst ihn ein, Du nimmst ihn mit in Dein Hotel, Du führst ihn aus zum Abendessen oder Frühstück. Vielleicht bietet er Dir an, Dein Reisebegleiter für den Rest des Urlaubs zu werden, Dir die Stadt zu zeigen oder mit Dir weiter im Land herum zu reisen. Auch dann ist klar, dass Du für ihn in dieser Zeit aufkommst. Du bist der reiche Urlauber und kaufst ihm vielleicht ein T-Shirt, eine Uhr, Schuhe oder ein Handy. Viele Jungs leben und finanzieren so ihr Leben. So lange ihr zusammen Zeit verbringt, bist Du die Nummer Eins. Wenn Du wieder heimreist, sucht er sich den nächsten Kurzzeit-Liebhaber.

Andere thailändische Männer wiederum, vor allem aus der aufstrebenden Mittel- und Oberschicht, leben ein unabhängiges Leben, haben ihr festen Einkommen und überhaupt keine finanziellen Hintergedanken beim heißen Flirt mit einem Farang. Die wirklichen Motive herauszufinden, ist nicht immer einfach. Doch bringe Deinem Verehrer niemals Misstrauen entgegen, sondern genieße einfach die Zeit mit ihm und den "Sanuk".

Liebe braucht Verständnis für kulturelle Unterschiede

Viele Jungs sind auf der Suche nach dem Farang fürs Leben
Im idealen westlichen Beziehungsmodell treffen zwei individuelle Menschen aufeinander, die möglichst finanziell voneinander unabhängig sind, die wissen und sagen, was sie voneinander wollen. Thailändische Beziehungsstrukturen dagegen sind Familienmodelle. "Ich bin dazu da, den anderen glücklich zu machen", lautet die eine Regel. "Wer viel hat, gibt dem, der wenig hat", lautet die zweite Regel. Beide Verhaltensmuster wirst Du bei Thailändern jeweils feststellen, mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. Das musst Du erkennen und wissen, wenn Du eine Beziehung eingehen willst.

Dein thailändischer Freund sagt vielleicht auch dann ja, wenn er nein meint. Er will Dich ja schließlich glücklich machen. Dein Freund möchte, dass Du Dich um ihn kümmerst, auf Eigeninitiative wartest Du vergeblich. Es kann sein, dass der Thai die Beziehung, die mit Dir hat, auch aus wirtschaftlichen Motiven führt. Es ist für ihn die Chance auf ein ökonomisch besseres Leben. Das ist per se nichts Schlechtes, wenn auch für uns mit unserem romantischen Beziehungsmodell befremdlich und ein Grund für Misstrauen. Kaum einer will einen Mann, der nur wegen des Geldes mit ihm zusammen ist. Wichtig ist halt, dass die emotionale Nähe und das Gefühl von Intimität ebenfalls vorhanden und aufrichtig gemeint ist. Das werdet Ihr aber spüren.

Es braucht sicherlich Jahre, bis man die unterschiedlichen kulturellen Werte verstanden und man sich über die Unterschiede hinweg angenähert hat. Mancher, der vor dem kalten Deutschland geflohen ist ins warme Thailand, berichtet über das Problem, wegen der kulturellen Differenzen dauerhaft funktionierende Beziehungen mit einem Thai führen zu können. Umgekehrt ist der Start für einen Thai im auch emotional kühleren Deutschland ebenfalls sehr schwierig. Deshalb ist unser Rat zwar etwas altbacken, aber aufrichtig und ernsthaft gemeint: Drum prüfe, wer sich ewig bindet!



 

 

 

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