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  Filmtipps > 04. Juli 2005
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Saving Private Tootsie

Der Dschungel steckt voller böser Fallen
Tragikomödie: Nach einem Flugzeugabsturz gelangt eine Gruppe aus Schwulen und Katoeys zwischen alle Fronten

Von Micha Müller

Als ein thailändisches Passagierflugzeug über Burma abstürzt, können die meisten Reisenden gerettet werden. Ein kleiner Trupp von sechs Leuten, bestehend aus Schwulen, Katoeys und einem schnuckeligen (aber heterosexuellen) Flugbegleiter bleibt im Dschungel zurück. Sie hatten Gewehrfeuer gehört und waren ins Dickicht geflohen. Das Grenzgebiet zu Thailand ist sehr gefährlich, da sich hier Thais, Burmesen, im Dschungel lebende Rebellen und Drogenschmuggler bekämpfen. Bald darauf fallen die Flüchtenden den aufständischen Tai Yai in die Hände und werden von ihnen in ihr Dorf verschleppt. In Thailand beschließt man, die Vermissten aus dem Krisengebiet zu retten und schickt einen kleinen Soldatentrupp los. Es gelingt, die Passagiere aus den Händen der Rebellen zu befreien, aber nun beginnt ein brutaler Fußmarsch zur thailändischen Grenze. Der Dschungel ist gespickt mit hinterhältigen Fallen und die Soldaten können ihre Homophobie nicht lange zurück halten...

Tunten in der Hand der rebellischen Tai Yai
"Saving Private Tootsie" ist eine skurrile Mischung aus Drag-Komödie, Drama und Kriegsfilm. Glaubt man zunächst, es mit einer typischen Thai-Transen-Schmonzette zu tun zu haben, merkt man schnell, dass der Film doch auch um ernstere Töne bemüht ist. Natürlich ist es witzig, wie die Katoeys in ihren schicken Fummeln durch den Burmesischen Urwald stöckeln (die Silikonbrust des einen wird zwar von einem Gewehrschuss zerfetzt, rettet ihm aber das Leben). Dennoch spielen die Darsteller ihre Rollen eher zurückhaltend und verleihen ihnen damit eine gewisse Würde. Und wenn es gilt, gefährliche Fallen zu überwinden oder sich inmitten von Schusswechseln zu behaupten, zeigen die Ladyboys, dass sie mehr können als nur kreischend zu fliehen.

Die Kriegsszenen sind überzeugend gedreht und erinnern in ihren blassen Farben und teilweise verwackelten Bildern an große Vorbilder wie "Der schmale Grat" oder "Die Verdammten des Krieges". Und natürlich kommen auch versöhnliche Aspekte nicht zu kurz, wenn ein Soldat des Rettungstrupps feststellt, dass Schwule und Katoeys auch Menschen sind und nach seiner Heimkehr den eigenen schwulen Sohn plötzlich mit anderen Auen sieht.

"Saving Private Tootsie" ist ein gelungener Film, witzig, spannend und tragisch zugleich, der vorgibt, auf einer wahren Begebenheit zu beruhen. Der alternde Schwule im Film wird übrigens von Dr. Seri Wongmonta gespielt, der als Schwulenaktivist in Thailand berühmt ist.

Die in Thailand erschienene Original-DVD "Saving Private Tootsie" kann zum Preis von 12,90 Euro (inklusive Versandkosten) auf gay-thailand.de bestellt werden (Hersteller: AG Entertainment, Sprache: Thai mit englischen Untertiteln, 96 Min.) Bitte beachten, dass zum Abspielen der DVD ein sog. Code-free-Player bzw. ein DVD-Laufwerk, dessen Ländercode sich umschalten lässt, benötigt wird.

Die DVD
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