Ich wollte es wissen: Was verbirgt sich hinter dem "Special Service" in Bangkoks "Arena Spa"?
Schwierige Wahl: Den Masseur kann man sich selbst aussuchen
Von Carsten Weidemann
"Das ist ein schwuler Massagesalon - die Jungs gehen auch weiter, wenn du willst. Das muss aber nicht sein", klärt mich mein Kumpel über das "Arena Spa" im Silom Plaza auf. Er selbst hat die Dienste allerdings noch nicht in Anspruch genommen. Da ich sowieso bei meinem ersten Thailand-Trip etwas verspannt war, wollte ich das mal ausprobieren.
Die unscheinbare Eingangstür täuscht: Ein großer Raum in dezenten Farben mit bequemen Sofas lässt überhaupt kein Puff-Feeling aufkommen. Auf einer Art kreisrunden Bühne tummeln sich eine Reihe hübscher Thai-Boys - manche spielen ein Brettspiel, andere heben Gewichte, manche schauen eine Vorschulsendung im Fernsehen. Im Menü kann zwischen verschiedenen Massagearten gewählt werden - ich entscheide mich für eine Creme-Massage für umgerechnet zehn Euro (dazu kommt ein "Mindest-Trinkgeld" von ebenfalls zehn Euro).
Vor der Massage wird geduscht
Sobald ich meine Auswahl getroffen habe, schnippt der freundliche Mann hinter der Kasse laut mit den Fingern. Wie von der Tarantel gestochen, springen alle Jungs in eine Reihe, manche reißen sich das Hemd vom Leib, andere spannen ihre Muskeln an - alle Augen sind plötzlich auf mich gerichtet. So viel Aufmerksamkeit ist mir seit meiner Geburt nicht mehr zuteil geworden.
"Who you want?", werde ich gefragt. Verlegen schaue ich in die Runde. Dann lächelt mich ein Schnuckel mit hübschen Oberarmen an - der ist es! Er bittet mich, immer noch freundlich lächelnd, ihm die Stufen in den ersten Stock hinauf zu folgen. Wir gehen in einen mit thailändischen Artefakten geschmückten, spärlich belichteten Raum, in dem eine entspannende Musik dudelt. Er sagt, sein Name ist Nana - sein Englisch beschränkt sich aber auf ein paar Worte. Darunter: "Do you want special service?" Ich nicke, natürlich will man den besten Service…
Nana weist zur Dusche in der Ecke und reicht mir ein Handtuch; erst dusche ich, dann er. Nackt lege ich mich mit dem Bauch nach unten auf den Massagetisch in der Mitte des Raumes; Als Nana anfängt, meine Füße zu massieren, merke ich, dass sein Handtuch inzwischen "weggerutscht" ist. Meine Wahl war wirklich nicht schlecht.
Noch ist das Handtuch des Masseurs am Körper
Die folgende Massage dauert eine gute halbe Stunde; über die Füße massiert er erst die Oberschenkel, knetet dann ungeniert am Hintern und geht dann Richtung Rücken; der Typ kann echt was, so entspannt war ich schon lange nicht mehr - und vergesse fast den "Special Service". Doch dann bedeutet Nana mir in gebrochenen Englisch, dass ich mich auf den Rücken drehen soll; und fängt ungeniert an, meinen Schwanz zu massieren und an meinen Brustwarzen zu spielen. Eben noch entspannt, erhärtet sich jetzt nicht nur mein Organ - ein etwas ungewohnt abrupter Szenenwechsel.
Nana wird nun auch sehr gesprächig: "Tell Thai words - sexy!". Während ich gerade noch so "Sawadtie krap" herauskriege, stöhnt er "yeah, yeah, good". Nach beidseitiger oraler Massage am ganzen Körper schießen wir schließlich gemeinsam unsere Ladung - Nana lächelt immer noch.
Nach einer Stunde ist alles vorbei - jetzt ist es an der Zeit, entspannt shoppen zu gehen - und meinem Kumpel für die gute Empfehlung zu danken.