Die Erfolgsstory der Thailandfreunde
 | | Faschingsumzug in Maxdort (rechts Dirk Weeber-Arayatumsopon) | Vom Club auf Gayromeo zum eingetragenen, gemeinnützigen Verein
Von Carsten Weidemann
Weil er mit einem Thailänder verpartnert und Thailand sein liebstes Reiseziel ist, kam gayromeo-User Dirk Weeber-Arayatumsopon im Januar 2004 auf die Idee, auf dem beliebten schwulen Datingportal den Club der Thailandfreunde zu gründen. Zunächst lief der Club sehr zäh an, doch schon nach sechs Monaten wurde die 100-Mitglieder-Marke geknackt. Heute sind es bereits über 500, die sich im Clubforum rege über Thailand austauschen.
Als im Dezember 2004 die Tsunami-Katastrophe über Asien hereinbrach, initiierte der Club spontan ein privates Hilfsprojekt für die "Schule des Lebens". Dort finden Tsunami-Waisen, Kinder aus Kinderprostitution, Aids-Waisen und Kids, die nicht gewollt werden, ein neues Zuhause. Ein Problem für den Admin und sein Team war jedoch, dass kaum Mitglieder des Clubs bereit waren, Spenden zur Verfügung zu stellen, da man keine Spendenquittungen ausstellen konnte. Dieser Umstand veranlasste Dirk Weeber-Arayatumsopon, einen eingetragenen, gemeinnützigen Verein zu gründen. Im September 2005 wurde er in der Nähe der Kaiserdomstadt Speyer aus der Taufe gehoben.
 | | Spendenübergabe in der Schule des Lebens | Mit einer Spendengala, einem Flohmarkt, der Teilnahme an Sommerfest- und Karnevalsumzügen sowie der Veranstaltung eines Straßenfestes zu Ehren der thailändischen Königin Sirikit am 12. August diesen Jahres wurde der "Verein der Thailandfreunde" bundesweit bekannt. Durch die Beziehungen, die Vereinsvorstand Weeber-Arayatumsopon als Unternehmer und ehemaliger ehrenamtlicher CDU-Lokalpolitiker hat konnte er zudem auf ein gut funktionierendes Pressenetzwerk zurückgreifen. Stammtische von Club und Verein finden zu wechselnden Zeiten in Deutschland und Thailand statt. Die Termine werden im Forum bzw. per Newsletter bekannt gegeben.
Inzwischen hat der Verein eine fast dreistellige Mitgliederzahl und bereits 9.000 Euro an Spendengeldern an die Schule des Lebens weitergeleitet. Im September ist eine Vereins- und Clubdelegation bei der ASEAN-Gruppierung des Europaparlamentes in Brüssel vorstellig, um Fördergelder für die Vereinsarbeit und die Schule des Lebens zu beantragen. Fernziel des Vereines sei es, so Weeber-Arayatumsopon, "die Kinderprostitution in Thailand abzustellen und durch ein gut funktionierendes finanzielles Netzwerk Waisenkindern in Vereinsunternehmungen Arbeitsplätze zu schaffen".
 | | Stammtisch in Bangkoks Telephone Bar | In dem Hilfsprojekt selbst bildet Weeber-Arayatumsopon inzwischen Waisenkinder in Fußtherapie aus, um ihnen eine Möglichkeit zum Geldverdienen in der Dienstleistungsbranche zu geben. Auch der Tourismus soll gefördert werden: Club- und Vereinsmitglieder können direkt bei den Waisenkindern in der ehemaligen Reisfarm im Dschungel in Bungalows leben. Die Direktion der Schule des Lebens unterhält zudem ein Gästehaus in der Nähe von Chiang Mai.
"Aus einer fixen Idee und einem schwulen Internetclub ist ein Verein geworden, der zur Hälfte aus schwulen Mitgliedern besteht, die sich einer sozialen Idee verschrieben haben", zieht Dirk Weeber-Arayatumsopon ein stolzes Resümee.
www.thailandfreunde.com
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