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  Aktuelles aus Deutschland > 10. März 2005
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Thai-Massage? Auf zu Wuttipong!

Das Wellnesscenter Birkenheide in Rheinland-Pfalz bietet professionelle Thai-Massagen an. Zehn Gutscheine zu gewinnen!

Hat die Kunst der Massage im Kloster gelernt. Wuttipong
Von Anne Richter

Das im Sommer vergangenen Jahres eröffnete Wellnesscenter Birkenheide (WCB) ist längst kein Geheimtipp mehr. Unter schwuler Führung werden in der Praxis in der Nähe von Mannheim professionelle Thai-Massagen von ausgebildeten Kräften angeboten. Einer von ihnen Wuttipong, der seine Kunst als Mönch in einem Kloster in Thailand erlernt hat. Wir wollten mehr über Philosophie und Heilwirkung der Thai-Massage erfahren. Auskünfte gab Dirk Weeber-Arayatumsopon, Mitbegründer und Leiter des WCB.

Was ist das Besondere an einer Thai-Massage. Gibt es eine Philosophie bzw. religiöse Hintergründe, die hinter der Thai-Massage stehen?

Die Thai-Massage kann zurückblicken auf eine lange Geschichte der Heilbehandlung. Versucht man, die Techniken der in Thailand praktizierten Heilmassage zu ihren Wurzeln zu verfolgen, so stößt man unweigerlich auf die anfangs doch erstaunliche Tatsache, dass die Thai-Massage eigentlich gar nicht originär aus Thailand stammt, sondern von Indien nach Südostasien kam. Als ihr Begründer gilt ein nordindischer Arzt namens Kumar Bhaccha, der vor mehr als 2.500 Jahren lebte und als Freund des Buddha und Arzt der buddhistischen Mönchsgemeinde historisch bekannt ist.

Worin besteht der Unterschied zu anderen Massageformen?

Bei der Thai-Massage werden lokale Punkte massiert, die vermittels der Fernwirkung auch innere beziehungsweise entfernt liegende Organe positiv beeinflussen können. Deshalb muss in der Regel auch kein Massageöl angewandt werden. Allerdings kann durch Verwendung spezieller Kräuteressenzen und Öle die Wirkung in einzelnen Fällen noch verbessert werden. Durch Dehnungs- und Streckungstechniken am gesamten Muskelapparat wird die lokale Durchblutung der Haut, des Bindegewebes und der Muskulatur gefördert. Wird zusätzlich Akupressurtechnik (thail. Schmerzpunktmassage) zum Einsatz gebracht, ist noch vieles mehr möglich. Die europäische Technik (schwedische Massage und artverwandte Techniken) beschäftigt sich im Gegensatz dazu mit dem Reiben und Kneten der Haut. Hier gibt es oftmals schlimmen Muskelkater, was bei richtig angewandten Thai-Massagen nicht der Fall sein darf.

Thai Massage: Dehnung und Streckung fördert die Durchblutung
Was muss man beachten, wenn man eine Thai-Massage bekommt? Gibt es Risiken oder Gründe, besser darauf zu verzichten?

Oh ja, die gibt es. Das Hauptrisiko ist, dass man an unzureichend ausgebildete Personen gerät. Das Old Chiang Mai Hospital und der Tempel Wat Po in Bangkok sind die wohl wichtigsten Lehreinrichtungen in Thailand. Dort werden drei verschiedene Techniken vermittelt: Die Thai-Traditional-Massage, welche für kranke Menschen sehr gefährlich ist, da sie durch Herumlaufen, Sitzen oder Knien auf dem Behandelten katastrophale Schäden anrichten kann. Die Reflexzonenmassage, die vor allem bei Hochschwangeren nicht angewandt werden darf, auch nicht bei Menschen mit Thrombosen oder Thrombophlebitis, Lymphödemen oder Krampfadern, sowie akuten Entzündungsprozessen oder ähnlichem. Die dritte Technik ist die Ölmassage, die - richtig angewandt - eigentlich von fast jedem vertragen wird und wenig Gefahren birgt, da sie die sanfteste Technik ist und mehr für Entspannung als für heilende Prozesse gedacht ist.

Wo sollte man sich in Thailand massieren lassen, wo vielleicht besser nicht?

Massieren lassen sollte man sich zum Beispiel von echten Mönchen. Hier ist sichergestellt, dass man keine Bauchlandung erlebt. Dies ist im Tempel Wat Po in Bangkok genauso möglich wie in vielen anderen Tempeln. Ansonsten sind die Spas, also die Wellness-Einrichtungen der besseren Hotelketten, zu empfehlen. Haarig wird die Sache schon wieder in sehr günstigen Kaufhaus-Massagecentern, da hier oftmals Leute arbeiten, bei denen nicht sichergestellt ist, wo sie ihr Zertifikat herhaben oder ob sie überhaupt jemals ein seriöses gemacht haben.

Entspannung total - wenn der Profi massiert
Hat die Thai-Massage sexuelle Komponenten?

Die Thai-Massage ist durch das deutsche und internationale Rotlicht-Milieu so in Verruf geraten, dass niemandem eigentlich klar ist, dass der wirkliche Zweck ein rein medizinischer oder gesundheitlicher ist. Bei uns gibt es überhaupt keine sexuellen Komponenten. Herr Wuttipong als ehemaliger Mönch würde so etwas niemals dulden. Er ist der Religion nach wie vor sehr zugewandt und es geht ihm um das Heilen, nicht um Lust.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, in Deutschland ein Wellnesscenter mit dem Hauptaugenmerk auf Thai-Massage zu eröffnen?

Nach einigen gesundheitlichen Katastrophen in meinem Leben wurde mir ans Herz gelegt, in Thailand ein Mönchskloster aufzusuchen, um wieder etwas Bewegungsfähigkeit zu erlangen. Nach längerem Zögern ging ich 1999 auf den Vorschlag ein und lernte über verschlungene Pfade und Recherchen Herrn Wuttipong kennen. Von ihm im Kloster behandelt, ging es mit meiner Gesundheit ein großes Stück aufwärts. Das Center wurde nach vielen bürokratischen Hürden und Auflagen im August 2004 eröffnet und wurde mittlerweile für besondere Leistungen vom Präsidenten des Internationalen Spa- und Wellnessbundes e.V. mit der Mitglieds-Qualitätszeichenplakette dieser Einrichtung ausgezeichnet.

Sie bieten für schwule Kunden Rabatte an…

Ja, Mitglieder des Thailandfreunde-Clubs auf gayromeo bekommen 15% Rabatt. Auch wer eine LSVD-Card vorlegt, erhält Ermäßigung.

Wellnesscenter Birkenheide, Birkenweg 43/Ecke Albertine-Scherer-Str., Tel. (06237) 59 81 60, Terminannahme täglich von 9.30 bis 21.00 Uhr, www.wellnesscenter-birkenheide.de

Verlosungaktion:

Für eine Verlosung hat uns das WCB zehn Massage-Gutscheine zur Verfügung gestellt. Unter allen Einsendern verlosen wir eine Stunde Thai-Öl-Massage im Wert von über 50 Euro, außerdem vier Rabattgutscheine im Wert von 20 Euro sowie fünf Rabattgutscheine im Wert von zehn Euro für Thai-Massagen ab einer Stunde. Einfach eine eMail mit dem Betreff "Thai-Massage" an thai@queercom.net schicken. Einsendeschluss ist der 30. April 2005.

 

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