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  Aktuelles aus Thailand > 26. November 2005
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Bangkoks Gay-Szene ist riesig!

Keine organisierte Szene in Bangkok? Am 24. November war Premiere des neuen Coming-out-Films ''Rainbow Boys''
Singapur habe Bangkok den Rang als "schwule Hauptstadt Asiens" abgelaufen, schrieb Deutsche-Welle-Korrespondent Patrick Tippelt enttäuscht in seinem Kommentar Wo ist der Glamour hin? über den diesjährigen Bangkok Pride. Und setzte noch eins drauf: Bangkok Gay-Szene sei "unwahrscheinlich klein", schwule Männer könnten sich "nur abgeriegelten Homo-Schutzzonen ausleben"... Dies sorgte nicht nur bei schwulen Expats für heftigen Widerspruch. Wir dokumentieren den Brief eines Users, der seit vielen Jahren in Bangkok lebt:

Von Marc Bruenjes

Ich lebe seit elf Jahren hier in Bangkok und bin sehr im schwulen Leben, welches sehr wohl abseits der Bars existiert, involviert und fühle mich keineswegs ausgegrenzt oder einsam.

Der Artikel von Patrick Tippelt strotz mal wieder so von Vorurteilen. Das einzig Wahre an dieser Reportage ist das Faktum, dass der Bangkok Pride sowie der Umzug wirklich ein Fehlschlag waren. Was aber alleine an den Organisatoren und nicht am allgemeinen Desinteresse der Schwulen Bangkoks liegt.

Ich möchte ein paar Tatsachen aus dem Bericht richtig stellen:

Ee gäbe hier in Bangkok nicht einmal einen Schwulentreff oder ein Aktionszentrum - das ist nicht richtig! Es gibt zwei Anlaufpunkte, die von vielen Schwulen, Lesben und Transsexuellen besucht werden. Zum einen die Rainbow Sky Association (Patpong Road, während der üblichen Bürostunden geöffnet), zum anderen die "Coffee Society" auf der Silom Road, die zahlreiche Gay-Treffen und -Aktionen arrangiert und auch beherbergt.

Der Bangkok Pride 2005 war in der Tat enttäuschend. Hier einer der wenigen Lichtblicke
Des Weiteren entspricht es nicht den Tatsachen, dass die Schwulenszene unorganisiert ist. Sie bewegt sich in drei klar definierten und allen bekannten Gebieten: ersten in der Silom/Suriwong Road, zweitens in Saphan Kwai, drittens in Ramkhamhaeng. In jedem dieser Gebiete gibt es diverse Gay-Bars, -Saunen und auch Cafès, die als Treffpunkte und Anlaufstellen dienen.

Es ist ebenfalls nicht richtig, dass in Bangkok fast nur Pärchen "rumlaufen", denen es anzusehen sei, dass es wohl eher um Geld als um Liebe gehe. Wieder so eine Verallgemeinerung! Ich würde einmal behaupten, dass sechzig bis siebzig Prozent der europäisch-asiatischen Pärchen wirklich aus Liebes- oder Freundschaftsgründen zusammen sind. Es gibt schließlich genug Europäer, die hier ständig leben und daher auch einen festen Thai- oder Asiaten-Freund haben. Es gibt auch hier feste Beziehungen, was man kaum glauben mag, wenn man der europäischen Presse folgt.

Als letzter Punkt sei noch angefügt, dass es zwar zutrifft, dass einige wohlhabende Thais gerne nach Singapur oder Hong Kong pilgern, dieses aber wirklich eher die Ausnahme ist. Und so frei und "gay-freundlich" ist Singapur auch nicht. Man bedenke bitte, dass dort etliche Schwulen-Treffen und -Partys dieses Jahr abgesagt bzw. von der Polizei verboten wurden. Das Gay-Event "Nation.V" wurde doch sogar nach Thailand verlegt!

Diskutiere mit! Schick uns Deine Meinung über die schwule Szene in Bangkok an thai@queercom.net.

Zum nachlesen: Patrick Tippelts Kommentar "Wo ist der Glamour hin?"


 

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