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Hetero spielt Ladyboy
 | | Die Legende und der Schauspieler: Nong Toom (links) und Asanee Suwan | Interview: Zur Vorbereitung auf seine Hauptrolle in "Beautiful Boxer" wurde Asanee Suwan ins Spa geschickt
Von Micha Schulze
Von der Filmkritik wurdest Du weltweit für Deine Hauptrolle in "Beautyful Boxer" gelobt, dabei bist Du von Beruf gar kein Schauspieler…
Jetzt bin ich es schon, aber damals war ich es nicht. Seit ich elf Jahre alt bin, habe ich im Boxring gestanden. Ich wollte Karriere als Kickboxer machen, aber niemals Schauspieler werden. Und glaub mir, nie im Leben hätte ich damals daran gedacht, dass ich mal in einem Film mitspielen werde - dazu noch in der Rolle eines Transsexuellen….
Wie bist Du dann an die Rolle gekommen?
Regisseur Ekachai Uekrongtham war von Anfang an der Auffassung, dass ein realer Kickboxer die beste Besetzung für die Rolle des Nong Toom wäre. Ihm war es wichtig, dass die Kampfszenen authentisch rüberkommen. So veranstaltete er in ganz Thailand mehrere Castings. Beim allerersten Casting für die Nord-Provinzen habe ich spontan teilgenommen, einfach so aus Fun. Monate später, nachdem die anderen Castings gelaufen waren, rief Ekachai mich eines Tages an und bot mir die Rolle an. Ich hätte das niemals für möglich gehalten.
 | | Musste Schminkkurse besuchen: Asanee Suwan | Hattest Du denn zu diesem Zeitpunkt schon Erfahrungen mit Lippenstift?
Nein, absolut nicht. Ich wollte zu keinem Zeitpunkt ein Mädchen oder eine Tunte sein, ich stehe auch wirklich nicht auf Männer. Ich hatte nur aus Spaß an dem Casting teilgenommen.
Wie hast Du Dich auf den Film vorbereitet?
Das war eine harte Zeit. Ein ganzes Jahr lang dauerten die Vorbereitungen, ehe der erste Drehtag anstand. Ich musste unter anderem eine Ballett-Schule besuchen und Kurse absolvieren, wie man sich als Frau verhält, kleidet und bewegt. Dazu gehörten auch regelmäßige Besuche im Wellnesscenter mit Gesichtsmasken und Schönheitsbädern, damit meine Haut weicher und sanfter wird.
Was haben denn Deine Eltern dazu gesagt? Wie Nong Toom kommst Du aus einer kleinen Stadt im Norden Thailands…
Meine Eltern haben mich vollkommen unterstützt. Meine Rolle in dem Film war eine Chance für die ganze Familie.
Du hast sehr glaubhaft einen Transsexuellen gespielt…
…aber das war sehr, sehr schwierig. Ohne Nong Toom wäre das nicht möglich gewesen Im Vorbereitungsjahr habe ich sie selbst kennen gelernt, und sie hat mir sehr, sehr geholfen, mich auf ihre Rolle vorzubereiten.
 | | Asanee Suwan: Ich verstehe jetzt, wie Frauen fühlen | Was hast Du während der Dreharbeiten gelernt?
Wahnsinnig viel. Nicht nur, dass ich einen komplett neuen Beruf erlernt habe, den des Schauspielers. Vor allem verstehe ich jetzt viel mehr über Menschen, die im falschen Körper leben. Ich glaube, ich bin sensibler geworden, und gehe anders mit dem weiblichen Geschlecht um. Ich verstehe jetzt mehr davon, wie Frauen denken und fühlen.
Was ist schöner: Als Schauspieler vor der Kamera stehen oder als Kickboxer im Ring?
Ich habe meine Box-Karriere vor drei Jahren beendet, und nun ist es sehr schwierig, in meinen alten Beruf zurückzukehren. Es fehlt das Training, das dafür notwendig ist, außerdem bin ich älter geworden. So möchte ich gerne weiter als Schauspieler arbeiten, was mir sehr viel Spaß macht. Mein großer Traum ist es, auch als Sänger aufzutreten und mal eine CD aufzunehmen. Warum nicht? Von Nong Toom habe ich gelernt, das man seine Träume niemals aufgeben soll.
Filmkritik: Mit Make-up im Boxring
Interview mit der "echten" Nong Toom
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